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Der langzeitstabile Papierentwickler mit dem gewissen DMax.

Der langzeitstabile Papierentwickler mit dem gewissen DMax.

Moersch Photochemie stellte im Jahr 2007 den Positiventwickler ECO 4812 vor, der von Herrn Moersch selbst als "bester Entwickler der Welt"[1] beschrieben wird. Diese Aussage wurde von uns überprüft. Wir benutzten nicht nur div. bekannte s/w-Papiersorten in Verbindung mit der klassischen Schalenentwicklung, sondern entwickelten einen Maschinenansatz, der unter Minilabbedinungen erstaunliche Eigenschaften aufwies.

Wir selbst verarbeiten PE Papiere mit Hilfe einer Durchlaufmaschine; Baryt in der Schale. Einen allround Entwickler, der in der Schale als auch mit hoher Temperatur in einer Maschine mit Bestleistung einsetzbar ist, ist schwierig bis garnicht zu finden. Der neue Moersch ECO 4812 erschien zu einem Zeitpunkt, an dem wir selbst auf der Suche nach einem solchen Entwickler waren. Unsere Hauptkriterien waren die Stabilität und Regenerierbarkeit der Lösungen, die dauerhafte Verwendung unter hohen Temperaturen und schließlich die Bilder, die brilliant erscheinen und tiefste Schwärzen nebst guter Schattenzeichnung enthalten sollten. Bezüglich der Maschinenentwicklung[2] sind die Hauptparameter die Haltbarkeit der Tankfüllung, die Zeiten für das Ausentwickeln von PE Papieren und die Regeneration.

Schalenverarbeitung für Fine-Art Printer ist eine Paradeleistung des neuen ECO. Bei einer konserativen, aber noch fetten Verdünnung von 1+14 werden Agfa/Adox, Ilford und Foma Papiere innerhalb 3 Minuten vollständig ausentwickelt. Der Entwickler stellt Tonwerte fein differenziert auf den Papieren dar und entwickelt Schwärzen mit einem DMax jenseits der 2.1 aus. Zu beobachten ist ein Kontraststeigerndes Verhalten bei "Überentwicklung". Viele auf dem Markt zur verfügung stehende Entwickler leiden unter dem Problem, dass sie ebenfalls einen hohen DMax erreichen, allerdings tiefe Schattenbereiche nicht mehr vollständig differenzieren, also steiler arbeiten. Der ECO schafft beim ADOX MCP Papier nicht nur tiefste Schwärzen, sondern vermag auch eine noch feine Differenzierung in sehr dunklen Schattenbereichen. Selbst schwierige Negative lassen sich mit dieser Kombination fast schon relativ einfach bei Verwendung einer geeigneten Gradation auf Papier vergrößern.

Ungeduldige Anwender können mit einer Verdünnung von 1+9 Papiere entwickeln, die binnen 2 Minuten ausentwickelt sind. Lediglich originale Kentmere VarioContrast Papiere haben Probleme mit dem ECO. Diese müssen erheblich länger entwickelt werden, wenn sie volle Schwärzen und satte Tonwerte enthalten sollten.

Wir verwendeten unseren ersten Schalenansatz ca. 4 Wochen bei 20° ohne Probleme. Barytpapiere verschleppen recht viel Entwickler; wir frischten daher die verbrauchte Menge in der Schale mit Regenerat in gleicher Verdünnung auf. Über 20 Blatt 24x30cm Papier können fortlaufend ohne Einbußen pro Liter Ansatz verarbeitet werden. Erst dann ist bei weiteren Papieren eine Verdopplung der Bildspurzeit zu beobachten und die maximale Dichte in den Schwärzen lässt langsam, aber stetig nach.

An dieser Stelle sollte der Entwickler nicht mehr mit Regenerat auf 1000ml aufgefüllt werden, sondern die Lösung ist vollständig zu erneuern.

Zeiten, die Herr Moersch für verschiedene Papierarten empfiehlt, können wir in der Schalenverarbeitung bestätigen, ebenso ist die Haltbarkeit tadellos.

Die nächste Disziplin zeigte der Entwickler in einer professionellen Durchlaufmaschine. Unsere Maschine ist eine Colenta Imageline. Diese besitzt eine Einlaufbreite von 50cm und 3 Tanks mit jeweils 6 Litern Fassungsvermögen.

Der ECO4812 wurde in der Verdünnung 1+5 angesetzt mit dem Zusatz eines Starters (100ml pro Liter Konzentrat). 1 Liter Konzentrat reicht also für einen Komplettansatz dieser Maschine. Darüber hinaus setzten wir 5 Liter Regenerat an, das ebenfalls 1+5 verdünnt wurde. Entwickelt wird bei 34° zwischen 30 und 35 Sekunden. Agfa MCP und Ilford MGIV erreichen mit dieser Temperatur und Zeit eine Dichte von etwa 2,1 bis 2,2. Eine zusätzliche Selentonung steigert den DMax auf 2.3. Sehr gut! Beim vergrößern und Messen verlassen wir uns auf meinen Splitgrade. Bei den genannten Papieren wurden die vom Splitgrade ermittelten Parameter kaum beeinflusst; lediglich die Belichtungszeit beim MGIV wurde um 0,2 erhöht. Das ist sicherlich Chargenabhängig. Im direkten Vergleich zum gleichen Bild, dass in der Schale vergrößert wurde, stellten wir eine leichte Kontrastzunahme fest.

Nach den ersten drei bis vier Wochen Einsatz wechselten wir von AGFA MCP auf Kentmere in Tetenal Verpackung. Die Schwärzen kamen zunächst nach Sicht beurteilt nicht so satt wie die des Agfa und Ilford Papiers. Eine Messung brachte einen DMax von maximal 1,92 hervor. Zunächst gingen wir von einem verbrauchten Entwickler aus. Ebenfalls wurde der DMax des Tetenals Papiers gemessen. Enttäuscht wollten wir den Entwickler gegen frischen austauschen, als wir kurz vor diesem Vorhaben auf der Moersch Web-Seite lasen, dass Kentmere Papier in einer stärker angesetzten Arbeitslösung oder länger entwickelt werden sollte. Wohlgemerkt betrifft dieser Umstand die orig. Kentmere Emulsionen. Wir besitzen gegenwärtig keinen Kenntnisstand über Papiere, die seitens Ilford für das Kentmere Label produziert werden.

Wir legten eine feste Zeit von 35-40 Sekunden an der Colenta Durchlaufmaschine bei ceteris paribus fest und erzielten fortan mit Kentmere Papier einen DMax von 2,06. Anschließend besorgten wir ADOX MCP Papier und stellten bei einer Entwicklungszeit von 30-35 Sekunden immer noch einen DMax von 2,1 fest. Klasse! Also keine verbrauchte Chemie!

Der Erstansatz des Maschinenentwicklers verblieb knapp 9 Monate ununterbrochen in der Maschine. Lediglich bei der Verwendung von Kentmere Papier musste die Entwicklungszeit verlängert werden. Die Regeneration betrug ungefähr 200 bis 250ml pro qm² Papier. Wichtig ist hierbei der ständige Einsatz der Maschine, mindestens jedoch einmal die Woche.

Reisebedingt viel die Maschinenverarbeitung 3 Wochen vollständig aus. Die Verbleibzeit des in der Maschine befindlichen Ansatzes verkürzte sich somit auf deutlich unter 3 Monate. Der Entwickler hatte zuviel Zeit zu oxidieren, was allerdings vollkommen normal ist.

Die ersten zwei Jahre Erfahrung mit Moersch ECO 4812 sind sehr positiv. Der Markt besitzt zusätzlich einen universellen Papierentwickler, der reibungslos in der Schale und in der Durchlaufmaschine effiziente und kostengünstige Ergebnisse entwickelt. Werden die unterschiedlichen Zeiten beim Tetenal / Kentmere PE Papier beachtet, erhält der Laborant einen durchaus günstigen Entwickler der eine klasse Leistung bringt. Der zunächst hoch erscheinende Verkaufspreis wird durch die höhere Verdünnung und einer höhere Haltbarkeit wieder relativiert.

Zum erzielten Bildton ein paar Worte: Das ADOX MCP, ebenso wie das Ilford MGIV erhalten in der Glanz Variante in einem angenehmen leichten Warmton, der bei Hochtemperaturverarbeitung minimal verstärkt wird. Die matten Versionen der beiden Papiere sind etwas neutraler im Ton. Die Warnehmung des Bildtons ist allerdings sehr abhängig von der verwendete Lichtquelle und vom eigenen Geschmack.

[1]http://www.moersch-photochemie.de/content/shop/positiv/110/eco_4812

[2]http://www.joerg-bergs.de/29.html

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