Mit den Geschichten rund zum Bild möchte ich Sie, als Leser des Blogs, mit auf die Entstehungsreise dessen nehmen. Das bedeutet, dass ich in unregelmäßigen Abständen kleine Geschichten erzählen werden, warum und wie eine Bildidee entstand und von mir ausgearbeitet wurde.

Auf einer Reise durch die Schweizer Alpen in der Nähe von Meiringen stieß ich im Jahre 2016 auf eine kleine Hütte während meiner Fotowanderung. Pünktlich früh am Morgen los, näherte ich mich der magischen 11 Uhr Grenze, wo das Licht schon oft zu hart und nicht wirklich schmeichelnd ist. Normalerweise fotografiere ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, aber dieser Ausblick an der kleinen Hütte vorbei zog mich in den Bann.

Der Nebel, der zuvor noch tief über dem Tal hing, zog langsam in die Höhe Richtung Berggipfel. Aus fotografischer Sicht streifte die dünne Nebelbank den Dachgiebel der kleinen Hütte. Links aus dem Bild ragte ein Berggipfel und der Bildaufbau formte sich langsam, aber recht schnell in meinen Gedanken. Das schon vorherrschende, harte Licht könnte den Kontrast der alten Hütte zu der schroffen Berglandschaft bilden.

Ich legte meinen Kamerarucksack ab, baute mein Stativ auf und setzte die Rollei 6008AF auf das Stativ. Das an der Kamera adaptierte Magazin war schon mit einem Ilford Delta 100 bestückt. Ich setzte das 80mm Objektiv auf und wollte den Kontrast mit einem zusätzlichen Filter noch steigern. Ein Rotfilter erschien mir zu dramatisch, ein Gelbfilter zu schlaff. Für dieses Bild sollte ein Orangefilter herhalten, was sich nach der Entwicklung im Labor als genau richtig erwies. Ich konnte mich nicht für ein einziges Foto entscheiden: Ich fotografierte somit die Hütte, mittig im Quadrat positioniert, und ein Bild, dass die Hütte nur rechts streift. Mein Favorit ist das erste Bild.

Zuhause angekommen entwickelte ich den Delta 100 wie gewohnt in Xtol 1+3 10,5 Minuten lang. Nach der Trocknung des Films erstellte ich einen Kontaktabzug und suchte mir ein paar Tage später ein paar schöne Motive für die feine Vergrößerung heraus.
Wochen später (ich lasse Filme zunächst längere Zeit liegen, für einen emotionalen Abstand zum Motiv) vergrößerte ich das Hüttenmotiv auf Adox MCC Barytpapier in der Größe 25x30, wobei die Bildgröße 22x22cm beträgt. Ich entschied mich für eine Grundbelichtung der Gradation 2 mittels Splitgrade. Lediglich den Himmel und den unteren Bereich des Bildes belichtete ich mit höherer Gradation ein wenig nach, um den Blick direkt auf die Hütte zu lenken.

Der Abzug wurde in Moersch ECO4812 1+14 3 Minuten entwickelt, in Essig 30 Sekunden gestoppt und in einem Zweibadverfahren fixiert. Ich tonte das Bild sofort in Selen, um die Schwärzen zu intensivieren und in Schwefel für einen warmen Bildton. Nach der Wässerung trocknete ich das Bild an der Luft, plättete und archivierte es.

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