Paris im November 2024. Nach einer sehr enttäuschenden Paris Photo entschlossen wir uns am letzten Wochenende unseres Aufenthalts, die Pariser Katakomben zu besuchen. Zusammen mit Julien, seiner und meiner Frau buchten wir ein Ticket für den offiziellen, museal erschlossenen Teil. Julien ist in Paris geboren und erzählte von weiteren Bereichen der Pariser Unterwelt, die allerdings nur illegal zu betreten sind.
Der öffentlich zugängliche Rundgang führt über 131 Stufen hinab in die Tiefe. Zunächst geht es durch alte Steinbruchgänge, bevor sich der Blick in die “Totenwelt” öffnet: eine etwa 1,5 Kilometer lange Strecke durch das Ossuarium.
Seuchen, Hungersnöte und das starke Bevölkerungswachstum führten im 18. Jahrhundert zur Überfüllung der Pariser Friedhöfe. Als die hygienischen Zustände untragbar wurden, begann man ab 1785/1786 damit, Gebeine aus innerstädtischen Friedhöfen in stillgelegte Steinbrüche unterhalb von Paris umzubetten.
Am Ende verlässt man die Katakomben über 112 Stufen wieder nach oben. Da im November sowohl draußen als auch unter Tage konstant rund 14 °C herrschen, waren wir perfekt eingekleidet. Die Stimmung ist schwer zu beschreiben: kühl, feucht, still – und gleichzeitig überwältigend.
Offiziell sollte man für den Rundgang etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Da wir zwar in Gruppen eingelassen wurden, aber ohne Führung unterwegs waren, nahmen wir uns die Freiheit, den Besuch etwas zu strecken. So hatte ich genügend Zeit für die Fotografie – was in der Dunkelheit nicht ganz einfach ist. Blitzlicht ist verboten.