Vor einigen Jahren lernten wir Lanzarote lieben. Eine Insel, die gewiss nicht jedermanns Sache ist, die neben ihrer bekannten vulkanischen Kargheit jedoch erstaunlich viel Kunst zu bieten hat. Eine eigenwillige, beinahe intellektuelle Verbindung aus Landschaft, Architektur und Menschen.
In diesem Jahr stand eine Reise nach La Palma an. Eine vulkanisch aktive Insel, die sich dem Besucher vollkommen anders präsentiert als Lanzarote. Steil geht es hinauf und ebenso steil wieder hinab. Von A nach B zu gelangen, benötigt Zeit und Geduld.
La Palma ist grün. In den Tiefen des dichten Dschungels ist es zuweilen auch nass, begleitet von schnellen und überraschenden Wetterumschwüngen. Die Dörfer sind bunt, lassen jedoch jene formale Klarheit und besondere Ästhetik vermissen, die viele Orte auf Lanzarote auszeichnet.
La Palma ist eine gesellschaftlich sehr offene und zugleich ruhige Insel. Den Norden empfand ich dabei als schöner und ursprünglicher als den Süden. Hoch oben in den Bergen ist die Nacht rabenschwarz. Schwärzer, als ich sie jemals an einem anderen Ort wahrgenommen habe. Selten zuvor konnte ich mit bloßem Auge so viele Sterne sehen. Lediglich in den Höhenlagen der Alpen ist der Blick in das Universum annähernd vergleichbar.
Fotografisch hatte ich keinen großen Plan. Ich ließ meiner Intuition freien Lauf und verfolgte kein festes Ziel. Auf eine ausführliche fotografische Planung verzichte ich ohnehin meist.
Ich weiß, dass es auch diesmal wieder viel zu viele Bilder für einen einzelnen Blogbeitrag sind. Da wir uns hier jedoch auf meiner privaten Plattform befinden, sehe ich mit einem Augenzwinkern darüber hinweg. Verzichtet habe ich, wie immer, auf touristische Bilder von Stränden, Wasser und unendlichen Sonnenuntergängen (wobei letzteres doch zu sehen ist).
Ich wünsche viel Freude mit den Bildern.
Eine erkaltete Lavastraße vom 2021 ausgebrochenen Vulkan Tajogaite. Während des Ausbruchs wurde er meist Cumbre-Vieja-Vulkan genannt; Cumbre Vieja bezeichnet jedoch den gesamten vulkanischen Gebirgszug. Der Name Volcán de Tajogaite wurde später offiziell festgelegt.
Tazacorte, die „liberalste“ oder LGBTQ-freundlichste Stadt auf La Palma.
Im Hintergrund ist der Vulkan Tajogaite zu sehen. Diese Region ist nach wie vor vulkanisch aktiv.
Beim Ausbruch des Tajogaite im Jahr 2021 wurden rund 7.000 Menschen evakuiert. Die Lava zerstörte nach Satellitenauswertungen knapp 3.000 Gebäude beziehungsweise bauliche Anlagen; darunter waren mehr als 1.200 Wohngebäude. Zusätzlich wurden etwa 92 Kilometer Straßen, Versorgungsleitungen, Bewässerungssysteme, landwirtschaftliche Betriebe, Gewerbeflächen sowie mehrere öffentliche Einrichtungen beschädigt oder vollständig unter Lava begraben. Besonders schwer traf es den Ort Todoque, der nahezu vollständig zerstört wurde. Insgesamt bedeckte die Lava rund 1.240 Hektar Land, darunter große Teile der wirtschaftlich wichtigen Bananenplantagen.
Der Bananenanbau ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige La Palmas. Rund 5.300 Erzeuger bewirtschaften die Plantagen; einschließlich der Arbeitsplätze in Verpackung, Transport und Vermarktung hängen schätzungsweise 10.000 bis 11.000 Familien beziehungsweise Personen direkt oder indirekt von diesem Sektor ab. Der weitaus größte Teil der Ernte wird per Schiff auf das spanische Festland gebracht und dort über den Lebensmittelhandel verkauft. Kleinere Mengen gehen außerdem in andere europäische Länder, insbesondere nach Portugal, Frankreich, Deutschland, Italien und in die Schweiz.
Das Observatorio del Roque de los Muchachos liegt im Norden La Palmas auf dem Rand der Caldera de Taburiente, in der Gemeinde Garafía, auf etwa 2.396 Metern Höhe. Es befindet sich in der vulkanischen Gebirgslandschaft der nördlichen Insel und nahe dem höchsten Punkt La Palmas.
Der Standort eignet sich besonders gut für die Beobachtung des Weltraums, weil die Teleskope meist oberhalb der Wolkendecke stehen. Die Luft ist dort trocken und ruhig, der Himmel außergewöhnlich klar und die Lichtverschmutzung wird auf La Palma gesetzlich stark begrenzt. Dadurch können Sterne, Galaxien und andere weit entfernte Objekte besonders präzise beobachtet werden. Das Gelände beherbergt deshalb eine der weltweit bedeutendsten Ansammlungen internationaler Teleskope.
Die Raben auf dem Berg sind allesamt zutraulich.
La Palma besitzt zahlreiche kleine Naturstrände und geschützte Buchten mit schwarzem Vulkansand. Besonders an der sonnigen West- und Südwestküste erwärmen sich Sand, Felsen und Wasser angenehm. Orte wie Charco Verde, La Zamora oder die Naturbecken von Charco Azul und La Fajana bieten Familien ruhige Plätze zum Baden und Entspannen. Ab dem späten Nachmittag, häufig gegen 16 Uhr, kommen viele einheimische Familien an die Küste, wenn die größte Hitze nachlässt und Zeit für gemeinsames Baden, Spielen und Picknicken bleibt. Bei ungeschützten Stränden ist wegen Strömungen und starkem Atlantikwellengang dennoch Vorsicht geboten.