Mallorca. Eine Insel, die sich oft anfühlt, als wäre sie dauerhaft von Touristen überflutet. Seit wir auf die Schulferien angewiesen sind, steigen nicht nur die Reisekosten – Familien zahlen in dieser Zeit überproportional –, auch An- und Abreise können schnell in Stress ausarten.

Des Deutschen liebste Insel hatte ich viele Jahre nicht mehr besucht. Lange vor der Pandemie war ich häufiger dort, damals noch außerhalb der Hochsaison und dank fehlender Schulpflicht mit deutlich mehr Freiheit. Oft fotografierte ich mit dem Rolleiflex-6000-System auf Mittelformatfilm. Diese Zeiten sind vorbei: zu schweres Equipment, zu viel Schlepperei – und nicht zuletzt stapeln sich in meinem Archiv Kisten voller Fine-Art-Dunkelkammerabzüge. Irgendwer muss das nach meinem Ableben einmal entsorgen. Eine Ausstellung der alten Dunkelkammerabzüge ist derzeit nicht geplant, aber <hier> zu sehen.

Die letzten Jahre haben Kraft gekostet, also entschieden wir uns diesmal als Familie für knapp zwei Wochen in einem der besten Hotels der Insel. Hoch über Port d’Andratx fanden wir einen stillen Ort mit außergewöhnlicher Sauberkeit und zwei hervorragenden Restaurants. Wir planen solche Reisen frühzeitig und kamen so mit einem überschaubaren Budget aus. Ein Mietwagen stand uns ebenfalls zur Verfügung, um den mir noch fast unbekannten westlichen Teil Mallorcas zu erkunden.

Anfang August stiegen die Temperaturen auf 41 °C. Im Schatten einer Palme am Pool ließ sich diese Hitze jedoch ertragen – begleitet von einem guten Roman und gelegentlichen Nickerchen, die den dringend nötigen Gemütszustand unterstützten. Vorab stellte ich mir die Frage, wie man eine der meistfotografierten Inseln überhaupt noch fotografisch angehen kann, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Wir genossen den Urlaub, planten kaum etwas und ließen uns von Stimmung und Tagesform treiben.

Meist am Abend oder früh am Morgen fuhren wir durch das Gebirge, hielten hier und dort an, besuchten einige Museen und verloren irgendwann jedes Zeitgefühl. Mit dabei war nur ein kleines fotografisches Reisebesteck für eine bewusst ziellose Fotografie. Ohne Thema, ohne Ziel. Fast langweilig.

Das Ergebnis dieses Sommerurlaubs zeige ich nun. Viel Freude beim Anschauen.